Familienhäuser ab Dezember 2005

Die Ideee der Familienhäuser kam von der früheren Premierministerin der Ukraine und Leitfigur bei der "Orangen Revolution" Julija Tymoschenko. Es war vorgesehen, dass junge Familien (auch mit eigenen Kindern) ähnlich dem SOS-Kinderdorf-Prinzip, Kinder aus Waisenhäusern aufnehmen und später dann auch adoptieren. Im Gegenzug sollte die Regierung den Familien geeignete Wohnungen und Zuschüsse zu den Lebenshaltungskosten gewähren. Die Familien müssen zuerst die Kinder aufnehmen, dann die Papiere beibringen, und dann erst soll es Geld vom Staat geben. Da das Zusammentragen aller Papiere gerade für solche Kinder sehr schwierig ist, dauert es oft Monate, bis die ersten Gelder eingehen.

Die Kinder, traumatisiert und deshalb auch oft krank, werden in den neuen Familien liebevoll eingegliedert und wachsen mit Geschwistern auf. "Brücke nach Kiew" unterstützt die Eltern mit Lebensmitteln, finanziert über Patenschaften.

Inzwischen hatten wir bereits vier Familienhäuser mit jeweils bis zu 10 Kindern. Im August 2007 konnte das erste "Familienhaus" in die Obhut der Stadt übergeben werden (Archiv) Ein weiteres konnte nach einem Jahr Überbrückungshilfe dank unserer Bemühungen auch wieder in die Obhut und Verantwortung der Stadt Kiew übergeben werden.
Die verbliebenen zwei "Familienhäuser" sind in das allgemeine Patenschaftsprojekt übernommen worden. Dass auch hier die Hilfe sehr geschätzt wird, zeigen u.a. das Dankschreiben und die Ostergrüße 2011.

Febr. 2022: Ein Familienhaus wird selbständig

Das Familienhaus "Dizul" wird nun von der Stadt finanziell unterstützt und bedankt sich deshalb für die langjährige Unterstützung mit Lebensmitteln und teils auch Kleidung mit einem ausführlichen Brief, den Sie nachstehend finden:

von: Familie Dizul
an: Elisabeth Hölzl

Liebe Elisabeth,

Aleksander und ich möchten uns bei Ihnen herzlich dafür bedanken, dass Sie unsere Familie im Laufe von vielen Jahren unterstützt haben. Damals 2014 war ich angenehm überrascht, als ich Kiewer Samariter in ihrem Büro in Kiew kennengelernt habe. Für unsere derzeit junge Familie war Ihre Hilfe damals eine sehr wesentliche Unterstützung!

Wir erinnern uns auch heute manchmal daran, wie wir eines Tages auf einmal 10 Kinder hatten. Wir konnten uns damals nicht wirklich vorstellen, welche und wie viel Lebensmittel für Kinder wir brauchen. Aleksander und ich schauten auf die Menge von Lebensmittel, die man uns in die Küche einfach gebracht hat, und stellten uns die Frage, wie viel Geld man bräuchte, um das alles zu kaufen. Es gab viel Lebensmittel, aber wir hatten auch viele Kinder, die ja auch verpflegt werden mussten - jeden Tag!

So hatte Ihre Organisation dafür gesorgt, dass wir, die sich damals noch nicht auskannten, den ersten Stress abbauen konnten. So hatten wir etwas Zeit, um zu sich zu kommen, sich einzuleben und etwas Normalität einkehren zu lassen.

Dann gab es wieder einen angenehm überraschenden Anruf: unsere Kinder konnten sich wunderbare Jacken (neue Jacken!), Anzüge, warme Sachen und Schuhe aussuchen! Durch diese Unterstützung waren wir wieder begeistert! Und dann . . . - eine Reise, die uns viele schöne Eindrücke gebracht hat, die wir auch heute in unserer besten Erinnerung haben.

Im Laufe der Zeit konnten wir uns etwas beruhigen, denn wir hatten stabile dauerhafte Unterstützung - Lebensmittelpakete, die uns jeden Monat zur Verfügung gestellt wurden.

Vielen herzlichen Dank für diese wunderbare Idee und für diese wunderbare Unterstützung! Vielen herzlichen Dank auch an alle Beteiligten, die Sie bei Ihrer Arbeit und bei Ihrem Engagement diese ganze Zeit unterstützt hat. Mit Ihrer Unterstützung konnten Sie uns hier in der Ukraine Zuversicht, Sicherheit und Verlässlichkeit gewährleisten.
Es ist wahr! Diese Unterstützung war uns viel wert. Und indem man sich hier zulande überlegte und diskutierte, wie man die Sozialpolitik und Sozialversorgung aufbauen soll, haben Sie gehandelt und uns tatsächlich mit voller Kraft ganz konkret geholfen und sich um unsere Familie gekümmert!!!

Wir sind Ihnen grenzenlos dankbar! Unter wir meine ich uns beide und im Laufe der Jahre immerhin 27 Kinder (Enkelkinder und Schwiegerkinder sind hier nicht mitgerechnet).

Vielen, vielen Dank! Wir bleiben Ihnen immer dankbar!

Herzlichst!
Aleksander, Lilia und Kinder

Juni 2016: Umbennung des Familienhauses "Donbass" in
"Nikolajtschuk"

Wir haben in Absprache mit unserer Projektleitung in Kiew beschlossen, das Familienhaus "Donbass" umzubenennen. Zu Beginn unserer Hilfe für diese Familien war es für uns "nur" eine "Flüchtlingsfamilie", deshalb haben wir sie kurzentschlossen nach der Region benannt, aus der sie gekommen sind, nämlich dem Donbass. Jetzt wollen wir sie, wie auch die anderen Familienhäuser, nach dem Namen der Familienhaus-Eltern benennen. Es heißt nun: Familienhaus Nikolajtschuk, statt Familienhaus Donbass.

Mai 2016: Zuwachs im Familienhaus "Donbass"

Zu den 5 Kindern, die im Familienhaus bereits eine Heimat gefunden haben, hat das Ehepaar Nikolajtschuk jetzt noch drei weitere Kinder aufgenommen. Die Kinder Elisabeth, Iwan und Maxim sind Geschwister im Alter von 6-11 Jahren. Sie wurden den alkoholkranken Eltern von den Behörden weggenommen. Diesen wurden die Elternrechte entzogen, weil sie die Kinder nicht mehr versorgen konnten. Darum haben die Behörden eingegriffen und die Kinder für eine Adoption bzw. für die Aufnahme in das Familienhaus bestimmt. Auch für die drei haben wir jetzt Paten gefunden, so dass die Versorgung der nunmehr 8 Kinder sichergestellt ist.
Das Familienhaus ist nun behördlich anerkannt, wobei die amtlichen Vorgaben für den Status eines Familienhauses 10 Kinder sind. Weil die drei Kinder aber aufgrund der schlimmen Erlebnisse in der Vergangenheit für die Eingewöhnung noch etwas Zeit brauchen, will man mit der Aufnahme weiterer Kinder in die Familie noch etwas warten.

Die Kinderschar der Familie Nikolajtschok
Die Familie ist gewachsen
Dem Ehepaar Nikolajtschuk hier von uns einmal ein großer Dank und Respekt vor dieser großen Leistung und für ihr großes Herz.

Weitere Informationen finden sie im ARCHIV-Projektinfos!