Ambulanter Palliativpflegedienst - eine neue Herausforderung

Die Aufgabenstellung

Am 1. November 2016 startete der Samariter Bund Kiew die ambulante Palliativpflege für schwerbehinderte kranke Kinder im Alter zwischen 3 und 18 Jahren. Die Kinder leiden an unheilbaren Krankheiten und haben oft nur noch eine kurze Lebenserwartung. Der Begriff "palliativ" ist, wie hier aus dem Personenkreis zu sehen ist, in der Ukraine weiter gefasst als bei uns. Das Aufgabengebiet umfasst medizinische und soziale Betreuung sowie Hygienepflege, an dem Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Psychologen beteiligt sind.
Auch diese Einrichtung ist wie schon die Sozialstation für behinderte Kinder einmalig in der Ukraine.

Die Ausstattung und die Betriebskosten werden seit Beginn mit finanzieller Unterstützung von "Sternstunden e.V.", der "Itzel-Stiftung" und auch unseres Vereins finanziert. Die zwei Pflegeteams versorgen und pflegen ca. 80 Kinder bzw. unterstützen die meist alleinerziehenden Mütter oder Großmütter und unterweisen sie auch in den Pflegemöglichkeiten für die Kinder.
Schwierige Essenseinahme
Sie tragen dazu bei, dass sich solche Familien nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, weil Behinderung dort vielfach als sozial minderwertig ansehen, und von staatlicher Seite oft nicht unterstützt wird.

24.September 2020: Arbeit des Pflegedienstes bei Palliativkindern in Kiew

Die Arbeit des Pflegedienstes hat sich durch die Covid-19-Pandemie auch in Kiew erschwert. Die Einschränkungen treffen vor allem die Alleinerziehenden und Behinderte drastisch. Um die Umstände festzuhalten, hat ein Kameramann ein Pflegeteam begleitet und die Arbeit bei der Pflege eines Jugendlichen dokumentiert. Daniil war ein gesunder Junge, bei ihm wurde aber im Januar 2020 ein Tumor im Gehirn festgestellt. Nach mehreren Operationen und Chemotherapien ist er schwer behindert und pflegebedürftig.
Er lebte von Geburt an bei seiner Großmutter, die ihn allein großzog. Durch die Erkrankung und ihr eigenes hohes Alter ist sie nicht mehr in der Lage, den Pflegeaufwand zu leisten. Daniil wird im Rahmen des Palliativprojekts gepflegt und auch mit Medikamenten versorgt.

Wie schwierig und aufwändig die Pflege dieses Jungen ist, dokumentiert der Film "Arbeit des Pflegedienstes bei Palliativkindern in Kiew". Dabei ist zu berücksichtigen, dass vom Samariter-Bund Kiew derzeit 80 Kinder dieser Kategorie betreut werden. Der Einsatz der Pflegeteams und ihr unermüdliches Engagement ist von großer Bedeutung für die Palliativkinder und deren Eltern und auch bewundernswert.

06.09.2017: Besuch bei Familien in unserem neuen Projekt "Mobile palliative Pflege"

Seit März werden mit Förderung von Sternstunden e.V. und der Itzel-Stiftung schwerstbehinderte Kinder und Kinder im Palliativstadium in ihren Familien von medizinisch geschulten Pflegekräften des Samariterbundes, in der Regel zweimal wöchentlich, gepflegt und betreut. Damit werden die Mütter entlastet und auch in der Pflege beraten und geschult. Die Vorsitzende hat einige dieser Kinder besucht und erschütternde Eindrücke gewonnen, aber auch die große Leistung des Pflegepersonals und vor allem die Hoffnung der Mütter auf Besserung bewundert.

Juli 2017: Pflegedienst für palliative Kinder

Unser Partner hat uns einen sehr informativen Film über seine Arbeit in der Sozialstation (Notunterkunft) und in der mobilen Palliativpflege (zum Film) zur Verfügung gestellt. Er zeigt, dass sich alle mit ihrer Tätigkeit voll identifizieren und vor allem darauf achten, dass Geräte und Unterkunft bestens erhalten bleiben. Diese Sozialstation ist immmer noch einmalig und das Prestigeobjekt in der Ukraine.

1. November 2016: Ambulanter mobiler Pflegedienst für palliative Kinder

Seit dem 1. November 2016 setzt der Samariterbund der Ukraine - Kreisverband Kiew ein innovatives Projekt "Ambulanter Dienst des SSU Kiew zur Palliative Care" um. Zu den Zielgruppen des Projekts gehören:
a) Schwerkranke bettlägerige Kinder (im Alter von 3 bis 18 Jahren), die palliative Versorgung zu Hause benötigen;
b) Eltern und Angehörige von Kindern - palliativen Patienten.

Geholfen wird in den Bereichen mit Pflege und Haushaltshilfe. Der Besuchsplan wird für jeden Tag festgelegt und richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen von den zu Betreuenden. Mit jedem Patienten wird ein Vertrag zur medizinisch-sozialen Versorgung abgeschlossen. Die Dienstleistungen werden ohne Entgelt auf gemeinnütziger Basis im Einklang mit der Satzung des Ukrainischen Samariterbundes geleistet. Nach dem Stand vom Dezember 2016 werden ständig 12 schwerkranke Kinder aus einkommensschwachen Familien versorgt.